Organisatorisches

Ist fast fertig! Ja hömma, geil! – Wer pfuscht denn hier mit rum?

Erfahren Sie, wie die beteiligten Gruppen sich untereinander organisieren.

Strukturiertes Vorgehen bei den Planung, Umsetzung und Kommunikation zwischen den beteiligten Gruppen ist der Baustein für eine erfolgreiche Umsetzung. Je besser das Projekt in ihrer Kommune vorbereitet wird, desto einfacher wird die Umsetzung und desto mehr Spaß werden Sie haben. Die Baumpaten, die Moderatoren und die Kommune haben unterschiedliche Motivationen, Ziele, Verantwortlichkeiten und Möglichkeiten. Diese gilt es in einer verständnisvollen und zielorientierten Art und Weise zu koordinieren.

Die Ausgangslage

Selbstverständlich sind die individuellen Charaktere aller beteiligten Personen in jeder Kommune anders. Hier werden lediglich Stereotype beschrieben die der Wirklichkeit häufig nicht entsprechen. Das ist auch gut so, denn die Unterschiedlichkeit ist unsere große gesellschaftliche Stärke.

Baumpaten und Aktive

Ehrenamtliche Menschen

Sie wollen mitgestalten und ins Machen kommen. Ihnen liegt Naturschutz und Gemeinschaftssinn am Herzen. Die Erfahrung von Selbstwirksamkeit und Sinnhaftigkeit ihres Tuns motiviert sie. Kreative Lösungen und spontane, niederschwellige Aktionen bereiten ihnen Freude.

Die Moderatoren

Ehrenamtliche, mit Spaß am organisieren

Sie haben Erfahren in der Zusammenarbeit mit Verwaltung, Politik oder Vereinen. Sie ziehen ihre Energie aus Aufgabenlösungen. Sie schätzen den respektvollen Umgang miteinander. Sie sind das verlässliche Bindeglied zwischen den beiden anderen Gruppen.

Die Kommune

Die Profis

Ihr Beruf ist durch Rechtsverbindlichkeit, Zuständigkeit und klare Regeln geprägt. Sie nutzen ihren großen Erfahrungsschatz zur Zielerreichung. Ihre Zeitkapazitäten werden durch die Politik bestimmt. Bürgerkontakte sind häufig sehr Emotional. Vertrautheit nach Außen entsteht in dem Beruf häufig durch Verbindlichkeit. Sinnstiftende Tätigkeiten motivieren hier zusätzlich.

Die Rolle der Baumpaten

Durch ihr ehrenamtliches Engagement wird das Projekt Weidenrouten in der Öffentlichkeit sichtbar. Ihre regelmäßige Einsätze in der Natur verstetigen und erweitern den Erfolg.

Um diese Aufgaben kümmern sich die Baumpaten

Pflanzungen von neuen Kopfweiden: Die neuen Standorte werden bis Ende August von der Verwaltung bekanntgegeben . Hierbei werden die Vorgaben aus der Verwaltung genau umgesetzt. Jeder Pflanzung bekommt eine Nummer und ihr wird der genaue Standort, die Weidensorte, Pflanztiefe, Winkelung etc. von der Verwaltung zugeordnet.

Das Schneiteln: Hier wird jeder Baum im festgelegten Abständen beschnitten. Das Schnittgut entsprechend genutzt.

Neue Pflanzorte finden: Durch aufmerksame Analyse der örtlichen Gegebenheiten können neue Standorte für Pflanzungen den Moderatoren bis März vorgeschlagen werden.

Die Moderatoren werden über die erledigte Aufgaben informiert. Beim Wunsch nach Seitenprojekten werden diese mit den Moderatoren besprochen und nach Rücksprache mit der Verwaltung gemeinschaftlich umgesetzt. Üblicherweise sind die Arbeiten in der Natur im Herbst und Winter.

Die Rolle der Moderatoren

Die Bündelung der Standorteingaben der Baumpaten fällt in seinen Aufgabenbereich. Er bereitet die Informationen nach Wunsch der Verwaltung auf und übergibt diese bis Ende April. Ebenso kümmert er sich um die Rückmeldungen an die Baumpaten. Er kümmert sich um die Organisation rund um neue Seitenprojekte und präsentiert diese der Verwaltung. Die Dokumentation aller Aktivitäten sind auch sein Ding. Der erhöhte Bedarf von personellen Ressourcen in der Verwaltung kann durch politische Entscheidungen erreicht werden. Hierfür müssen Mehrheiten, auch mit Unterstützung der Moderatoren, beschafft werden.

Die Rolle der Kommune

Die Kommune legt im Vorfeld mit den Moderatoren die Kommunikationswege fest. Sie stellt den Moderatoren alle Personen der beteiligten Abteilungen vor und erklärt deren Aufgabenbereiche.

Sie bearbeitet die Standortanfragen entsprechend bis Ende August weiter und meldet die Ergebnisse an die Moderatoren zurück. Sie informiert die Moderatoren bei personellen Veränderungen. Der Umfang der amtlichen Tätigkeiten ist zeitlich begrenzt. Dies ist den Beteiligten offenzulegen.

Eine Idee entwickelt sich – ein Projekt entsteht

Hier in Melle ist die Idee für dieses Projekt entstanden

Ausschlaggebend war die Überlegung, dass Menschen ohne Grundbesitz nicht ohne Weiteres die Möglichkeit haben, auf eigene Initiative hin Bäume zu pflanzen. Sich für die Gesellschaft in dieser Form zu engagieren ist für diese Menschen schwierig. Kombiniert wurde die Überlegung mit dem Aufruf der Stadt Melle an ihre Bürgerinnen und Bürgern neue Standorte für Baumpflanzungen vorzuschlagen. Meldete man seinerzeit der Stadt entsprechende Standorte, musste man abwarten, ob der Vorschlag umgesetzt wurde. Man bekam keine Antwort. Weder ob der Vorschlag eingegangen war noch aus welchen Gründen er nicht umgesetzt wurde. Das frustrierte. Bei anschließenden Gesprächen mit den betroffenen Verwaltungsmitarbeitern erfuhren wir, wie komplex die Verantwortlichkeiten geregelt sind und was alles mit bedacht werden muss. Zusätzlich sind begrenzte Ressourcen und anders gesetzte Prioritäten ausschlaggebend für lange Bearbeitungszeiten. Ein weiters Problem stellt für die Verwaltung der Datenschutz dar und die ungeklärte Frage, was an amtliche Informationen weiter gegeben werden dürfen. Zusätzlich haben die Ämter teilweise sehr emotionale und problembehaftete Kontakte zu Bürgerinnen und Bürgern, die sie auf ein Minimum reduzieren möchten. Es mangelt häufig an Verständnis für ihre Bewertungen und Entscheidungen. Vertrauen von Seiten der Verwaltung führten häufig zu Enttäuschung.

Im Rahmen der Dorfentwicklung Melle Ost wurden den Menschen in Bruchmühlen und Riemsloh von der Stadt und dem ARL die Möglichkeit gegeben sich in einer Fortbildung zu Dorfmoderatoren ausbilden zu lassen. Die dort gewonnenen Erkenntnisse könnten doch helfen, ein Projekt zu gestalten, bei dem die Bedürfnisse aller Beteiligter in geordnetem Rahmen Rechnung getragen werden. Durch Zufall wurden wir auf den Heimat- und Verschönerungsverein Bruchmühlen aufmerksam. Mit seiner ca. 50jährigen Geschichte kümmert er sich u.a. um Wanderwege, Bänke und Beete, organisiert Wanderungen und Radtouren und veranstaltete jedes Jahr einen Weihnachtsbasar. Leider fehlt es dem Verein am Nachwuchs, aber über Jahre hat der Verein sich gewissenhaft um Strukturen im öffentlichen Raum gekümmert. Kurze Wege und ein vertrautes Verhältnis zur Verwaltung bieten die Möglichkeit, auf die man aufbauen könnte. Als eingetragener Verein, der in der Satzung die Landschaftspflege führt, böte sich eine rechtsverbindliche Struktur für die Stadt Melle zur Zusammenarbeit. Durch erste Gespräche unter den neuen Rahmenbedingungen kristallisieren sich konkrete Schritte heraus.

Bei Anfragen bei privaten Grundbesitzer hörte man viele Gründe, mit welchen Schwierigkeiten man zu rechnen hatte, aber eine Offenheit gegenüber der Idee und viele konstruktive Vorschläge.